Am Altener Tempelchen - Hans-Georg Schönberg kennt den Mayener Stadtwald bis in den hintersten Winkel. Bei einem Spaziergang kann er abschalten. Foto: Andreas Walz
Porträt OB-Kandidat Hans-Georg Schönberg (FWM) gewinnt Abstand im Mayener Stadtwald


Porträt OB-Kandidat Hans-Georg Schönberg (FWM) gewinnt Abstand im Mayener Stadtwald!

Mayen. Wenn Hans-Georg Schönberg Abstand sucht, hat er es nicht weit. Der Hektik des Alltags entkommt er am liebsten im Mayener Stadtwald, der fast vor seiner Haustür beginnt. "Ich bin in wenigen Minuten da", erzählt der OB-Kandidat der Freien Wähler Mayen (FWM).

Seinen Lieblingsort in Mayen sucht Schönberg fast täglich auf. "Allein schon wegen des Hundes", sagt er. Der Hund, das ist Rex, ein elf Jahre alter Schäferhund, der vor zweieinhalb Jahren aus dem Tierheim in die Familie gekommen ist. Zuvor hatte ihn das Veterinäramt seinen Vorbesitzern weggenommen. "Es ging ihm gar nicht gut", berichtet Schönberg. "Bei den Vorbesitzern musste Rex bei Minusgraden auf dem kalten Betonboden liegen, er war total abgemagert und hatte so lange Krallen, dass er gar nicht mehr richtig laufen konnte." Es schwingt immer noch Empörung in der Stimme mit, wenn Schönberg die Geschichte seines Hundes erzählt.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass ein Haustier vernachlässigt wurde, die Schönberg ärgert. Es ist auch die Tendenz zur Verantwortungslosigkeit, mit der der FWM-Kandidat nichts anfangen kann. "Wenn ich etwas begonnen habe, dann halte ich auch daran fest", betont er.

So ist Schönberg auch zur Kommunalpolitik gekommen. Sein Interesse wurde während der Zeit seines Hausbaus geweckt. "Damals haben wir festgestellt, welche Probleme es im direkten Wohnumfeld schon gibt", berichtet er. "Diese Probleme haben wir immer wieder thematisiert, und aus unserer Bürgerbewegung sind die Freien Wähler Mayen entstanden." Das war Ende der 1990er-Jahre.

Diese Beharrlichkeit ist eine Frage der Erziehung. Schönberg, der in Mayen geboren wurde und in Ettringen aufgewachsen ist, hat seine Wurzeln in einem soliden Elternhaus, wie er es selbst nennt. "Ich bin in einer Arbeiterfamilie groß geworden und wusste früh: Wenn ich etwas haben möchte, dann muss ich dafür arbeiten." Das hat zum Beispiel die Ferienzeit geprägt, in der sich Schönberg erst in der Landwirtschaft und später auf dem Bau etwas dazuverdient hat. War es deswegen eine harte Kindheit? Keineswegs: "Ich hatte eine wunderschöne Kindheit", erzählt der heute 50-Jährige. "Ich gehöre zu den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er. Da konnte man noch mit 15 Kindern aus der Nachbarschaft auf der Straße Fußball spielen."

Überhaupt sind es die kleinen Glücksmomente, die Schönberg schätzt: die guten Gespräche mit Freunden oder eben den Spaziergang im Stadtwald. Ein Glas Rotwein am Abend ist schon fast Luxus, und eine Weltreise, von der andere vielleicht träumen, reizt den verheirateten Vater einer Tochter überhaupt nicht. "In den vergangenen Jahren haben wir immer nur Fahrradtouren in der Region unternommen", sagt Schönberg. Mal am Rhein, mal an der Mosel, mal zur Saarschleife. "Ich liebe die Heimat", bekennt Schönberg.

Die kleinen Glücksmomente, die positiven Erlebnisse, die möchte sich der FWM-Kandidat immer wieder ins Bewusstsein rufen. "Und davon gibt es jeden Tag eine Menge." Wie viele es sind, kann Schönberg am Ende des Tages genau sagen. Er hat stets einige Kaffeebohnen in der Tasche, und wenn ihm etwas Gutes widerfährt, steckt er eine davon in eine andere Tasche. "Jeden Abend ziehe ich Bilanz."

Sehr oft kommt dann noch eine weitere Kaffeebohne auf die Positiv-Seite was an Schönbergs Lieblingsort, dem Stadtwald, liegt. "Ihm gönne ich abends von der Terrasse aus noch einen letzten Blick."

Kontakt zur FWM-Fraktion: Telefon 0157 82593407

Rhein-Zeitung vom Mittwoch, 15. August 2012, Seite 21, vom RZ Redakteur Hilko Röttgers