FWM stellte Antrag!   (zum FWM Anrag)


"Die Verwaltung sah bei der Gestaltung des neuen Kreisels keinen Beratungsbedarf."
(zum Thema auch ein Leserbrief)

Mayen. "Jetzt geht's rund an der Genovevaburg", so betitelte die Rhein-Zeitung ein erstes Foto des fertig gestellten Kreisels Kehriger Straße mit signalroter Farbe im Innenbereich! - Da kann man schon "Rot" sehen, so die Meinung der FWM-Fraktion. Ein absoluter Stilbruch, welcher dem Gesamtkonzept "Eifelstadt Mayen" in keinster Weise gerecht wird. Wenn man bedenkt, dass sich dieser Kreisel im direkten Umfeld des historischen Innenstadtbereichs mit Schieferdächern, Kopfsteinpflaster, Stadtmauer, Genovevaburg und Herz-Jesu Kirche befindet, kommt man schon ins Zweifeln, ob man seitens der Verantwortlichen der Stadt tatsächlich noch zu schätzen weiß, wie schön unser historisches Städtchen ist und welche Verantwortung damit verbunden ist, so Dorita Nickel für die FWM.

Vielerorts geht man seitens der Stadt mittlerweile zu nachlässig mit unserem Stadtbild um. Bei näherer Betrachtung fallen einem dabei spontan viele Kleinigkeiten auf, die in letzter Zeit einfach nicht mehr so recht ins Bild passen. Wir denken da z. B. an die hässlichen, gelben Plastikteller am Rathausgebäude, die roten Käppchen auf dem Mittelstreifen der Polcher Straße oder eine provisorische Verkehrsinsel für einen Fußgängerüberweg in der St.-Veit-Straße, ebenfalls schön bunt,aber garantiert nicht aus "Mayener Stein" (siehe Foto unten). Die Notwendigkeit der einzelnen Maßnahmen möchten wir hier nicht in Frage stellen, lediglich aufzeigen, dass sie in ihren Ausführungen selten zu Ende gedacht sind. So wie jetzt die farbliche Gestaltung des Kreisels in der Kehriger Straße, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einem halben Jahr noch grässlicher aussehen wird, wenn sich erst einmal die ein oder anderen Reifen- und Bremsspuren darauf verewigt haben.

Wir, die Freien Wähler Mayen, hätten uns bei der Gestaltung des Kreisels in der Kehriger Straße, wie auch bei der Gestaltung des Kreisels "Neutor" gewünscht, alle Beratungsmöglichkeiten auszuschöpfen, konkret, alle Gremien sowie die Öffentlichkeit in den Planungsprozess beratend mit einzubinden. Gerade vor dem Hintergrund, dass man hier ein Projekt plant, das über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte Bestand haben soll, hätte nicht wie jetzt praktiziert, ausschließlich das Fachgremium des Straßen- und Verkehrsausschusses mit technischen Wissen beraten und entscheiden dürfen. Die Bauprojekte hätten, gerade vor dem Hintergrund, dass sich der Bauabschnitt in absoluter Nähe des historischen Stadtkerns befindet, zumindest auch vom Kulturausschuss beleuchtet werden müssen.

Leider mussten wir feststellen, dass die Verwaltung diese Ansicht nicht teilte und kein entsprechender Tagesordnungspunkt in den Sitzungsunterlagen des Ausschusses für Kultur zu finden war. Kurzfristig stellten wir deshalb am 20.02. zur Kulturausschusssitzung am 25.02.2010 den Antrag um Aufnahme des öffentlichen Tagesordnungspunktes "Optische Gestaltung der Kreisel "Neutor und Kehriger Straße". Diesem wurde wegen Kurzfristigkeit - angeblich kam der Antrag zur Tagsordung 3 Stunden zu spät! - nicht statt gegeben. Auch unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" bestand hierzu kein Beratungsbedarf, da man uns versicherte, dass aus rechtlicher Sicht der Verkehrsausschuss allein zuständiges Entscheidungsgremium sei.

Schade eigentlich, wenn man in Zeiten knapper Kassen schon die Möglichkeit bekommt, eine Straße neu auszubauen, im Anschluss aber mit solch grässlichen Resultaten leben muss. Wir würden uns von ganzem Herzen wünschen, dass man in Mayen von dem jetzigen Kompetenzgerangel wegkommt und wieder ein Gespür dafür entwickelt, was Mayen seit Jahrzehnten ausmacht: Ein liebens- und lebenswertes historisches Städtchen zu sein und hoffentlich zu bleiben!

Dorita Nickel für die FWM-Fraktion

vom 22.7.2010