FWM will eine transparentere Politik

Zum dritten Mal am Start: Freie Wähler setzen auf Bürgerbeteiligung und Innenstadtentwicklung

MAYEN. Sind für die Freien Wähler Mayen (FWM) aller guten Dinge drei? Zum dritten Mal strebt die Gruppierung Mandate im Stadtrat Mayen an. Vor fünf Jahren gelang es ihr, mit drei Vertretern in die Bürgervertretung einzuziehen. Fraktionschef Hans-Georg Schönberg will künftig Politik transparenter machen lassen, dank neuer Medien.

Nennen Sie mir drei Gründe, weshalb der Mayener Wahlbürger die FWM wählen soll.

Es gibt drei gute Gründe: eine massive Öffentlichkeitsarbeit, Glaubhaftigkeit und Ehrlichkeit. Wir wollen zum einen Bürger teilhaben lassen. Weiterhin steht eine klare Sachpolitik bei uns im Vordergrund. Wir lassen uns nicht von Parteien fangen.

Was verbirgt sich hinter Ihrem Wahlkampfslogan "Wählt frei"?

Das heißt, wir sind von Zwängen frei und orientieren uns nur an der Politik für die Stadt Mayen und nicht an speziellen Interessen. Der Slogan ist durchaus zweideutig: Freie Wähler wählen heißt, dass es auch ohne Partei geht. Es ist besser, die Bürger sanft zu aktivieren.

Welches sind die drei Politikbereiche, die in der nächsten Wahlperiode für Sie am wichtigsten sind?

Wir haben einen massiven Schuldenberg. Deswegen müssen wir richtig Hand anlegen. Viele Dinge sind hausgemacht und nicht unbedingt nötig. Prestigeprojekte, auch alte, müssen notfalls eingestampft werden. Wir wollen zweitens unbedingt, dass junge Leute - und andere natürlich auch - mehr Einblicke in das Geschehen der Verwaltung erhalten. Wir wollen eine engere Beteiligung mithilfe der neuen Medien. Die Stadtspitze wollte und will dies nicht. Es gibt auf der Homepage der Stadt keinen Hinweis auf die Parteien und Gruppierungen, geschweige denn auf die Fraktionsvorsitzenden. Die Bürger sind nicht ausreichend informiert worden. Drittens hege ich den Traum, dass wir wie vor 20 Jahren in der Innenstadt mehr Sauberkeit und Ordnung erreichen und dass sich in puncto Bepflanzung einiges tut. Außerdem muss die Sanierung vorankommen. Und an den Straßen ist enorm viel zu tun.

Wenn Sie 5 Millionen Euro frei zur Verfügung hätten: Wo würden Sie das Geld einsetzen?

Ich würde angesichts von 30 Millionen Euro Schulden die Bremse ziehen. Ich will keine Luftschlösser bauen.

Wie wird die Stadtratswahl aus Sicht der FWM ausgehen?

Um etwa 80 bis 100 Stimmen haben wir vor fünf Jahren den vierten Sitz im Mayener Stadtrat verfehlt. Ich bin sehr zuversichtlich, weil die Resonanz auf unseren Wahlkampf bislang sehr gut ist. Ich habe das Gefühl, dass wir beim Bürger angekommen sind. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren 49 Anträge im Mayener Stadtrat gestellt und sind, was Kompetenz anbetrifft, auf gleicher Höhe mit CDU und SPD.

Mit Hans-Georg Schönberg sprach Thomas Brost von der Rhein-Zeitung


Rhein-Zeitung vom 4.6.2009