Parkplätze werden nicht saniert


Mehrheit im Verkehrsausschuss ist Gesamtinvestition von einer Million Euro zu teuer - Stattdessen: Kurzfristige Ausbesserung


Rund eine Millionen Euro würde der Stadt Mayen die Sanierung ihrer Parkplätze kosten. Kurzfristig könnte die Stadt allerdings ein Parkplatzproblem lösen: Zusätzliche Mittel aus dem Konjunkturprogramm II könnten genutzt werden - vielleicht für eine Hochgarage?

Mayen. Die drei größten Parkplätze der Stadt Mayen im Keutel, in der Bachstraße und in der Weiersbach werden nicht vollständig saniert. Darauf einigten sich die Mitglieder des Straßen- und Verkehrsausschusses in der jüngsten Sitzung. Nötig wäre eine Gesamtinvestition von einer Million Euro. So viel Geld für die Parkplätze will die Mehrheit des Ausschusses nicht in die Hand nehmen. "Der Zustand einiger Teilflächen dieser Parkplätze ist eine Zumutung und stellt nicht zuletzt eine Unfallgefahr dar", hatte zuvor Hans-Georg Schönberg, der Vorsitzende der Freien Wähler Mayen (FWM), festgestellt. Schlaglöcher, Stolperfallen und mangelhafte Beleuchtung ärgern die Freien Wähler. "Wir können nicht nur über den Tastsinn zu unseren Autos finden. Es wäre auch schön, wenn wir abends die Farbe unseres Autos wiedererkennen würden. Ich habe auch keine Lust, mir bei der Suche nach meinem Auto den Fuß zu brechen", sagte FWM-Ausschussmitglied Klaus Hillesheim.

Die Stadtverwaltung sicherte zu, die schadhaften Stellen kurzfristig auszubessern. Eine vollständige Sanierung komme jedoch nicht infrage. "Dafür müssten wir rund eine Millionen Euro einplanen. Das ist in unserer aktuellen Situation unmöglich", stellte Oberbürgermeisterin Veronika Fischer klar.

So würde beispielsweise die Sanierung des Parkplatzgeländes im Keutel rund 325 000 Euro kosten. Der Platz ist nicht endgültig befestigt, sondern lediglich mit einer Schicht aus Splitt versehen. Bei lang anhaltendem Regen bilden sich dort Pfützen. Das Wasser kann nicht mehr richtig versickern, da sich der Untergrund im Laufe der Jahre verdichtet hat. "Eine dauerhafte Abhilfe", heißt es in der Vorlage zur Ausschuss-Sitzung, "wäre nur mit einer Platzbefestigung zu bewerkstelligen." Zudem ist der Platz nicht beleuchtet. Abhilfe könnte im Keutel eine Hochgarage schaffen. "Wir prüfen aktuell, ob es machbar ist, dort eine solche Garage zu errichten, und ob es sich aus unserem Konjunkturpaket finanzieren lässt", teilte die Oberbürgermeisterin mit.

Schlecht sieht es auch auf dem Parkplatz in der Bachstraße aus. Wie im Keutel ist der Platz nicht beleuchtet und nur mit einer Splittschicht versehen. So bilden sich auch dort bei lang anhaltendem Regen Pfützen. Eine dauerhafte Parkplatzbefestigung würde rund 270 000 Euro kosten. Zudem werde der Platz aufgrund seiner Lage außerhalb der Innenstadt nur mäßig angenommen, hieß es während der Sitzung.

Besonders gravierend ist die Parkplatzsituation in der Weiersbach hinter dem Supermarktgelände. Mehrere tiefe Schlaglöcher bestimmen die Parkfläche. " Dort kann man nur parken, wenn man mit einem Geländewagen unterwegs ist", sagte Rolf Schäfer (SPD). "Wenn wir viele Touristen in Mayen haben wollen, müssen wir auch vernünftige Parkplätze bieten. Sie sind unsere Aushängeschilder. Wir müssen diese Situation deswegen im Auge behalten" , sagte Schäfer weiter.

Vor Panikmache warnte indes Oberbürgermeisterin Fischer: "Wir müssen unsere Parkplatzsituation nicht schlimmer machen als sie ist." Ähnlich sahen es Hans Grünewald und Dieter Winkel (beide CDU). " Für unsere Parkplätze wollen wir keinen Schönheitspreis gewinnen. Sie werden angenommen und sie sind kostengünstig. Stattdessen stehen unsere Tiefgaragen in der Burg und unter dem Forum leer", merkte Grünewald an, und Winkel ergänzte: "Uns fehlt einfach das Geld, wir müssen Prioritäten setzen." Julian Turek

Rhein-Zeitung

vom 03.3.2009