Hier klicken für Ansicht - Bebauungsplanentwurf Alzheim -  größer Trotz schlechter Rahmenbedingungen planen die Ratsfraktionen von CDU SPD und FDP in Mayen weitere Baugebiete. So auch jetzt im Stadtteil Alzheim, dort soll ein allgemeines Wohngebiet mit über 40 Baugrundstücken im beschleunigten Verfahren nach  13 a Baugesetzbuch entwickelt werden.
Braucht Mayen noch mehr Baugebiete?


Freie Wähler sehen zurzeit keinen Bedarf, weitere Neubaugebiete zu erschließen!


Mayen. Trotz schlechter Rahmenbedingungen planen die Ratsfraktionen von CDU, SPD und FDP in Mayen weitere Baugebiete. So auch jetzt im Stadtteil Alzheim, dort soll ein allgemeines Wohngebiet mit über 40 Baugrundstücken im beschleunigten Verfahren nach 13 a Baugesetzbuch entwickelt werden. Durch dieses Schnellverfahren werden wichtige Umwelt- und Verkehrsbelange, aber auch Finanzierungsrisiken nicht ausreichend erörtert und erkannt. Umso wichtiger ist es für die FWM-Fraktion, dass alle Bürger der Stadt, aber insbesondere die Bewohner von Alzheim an der Diskussion "Braucht Mayen noch mehr Baugebiete" teilhaben und mitdiskutieren können. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen die Stadtverwaltung die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans "Unter der Hecke" vornimmt. Aus diesem Grund möchten wir nicht nur die Sichtweise der FWM-Fraktion verdeutlichen, sondern auch unseren Beitrag zur besseren Meinungsbildung leisten. Denn in den nächsten Wochen haben alle Bürger Mayens die Möglichkeit der persönlichen Einflussnahme im Rahmen der Offenlegungsfrist zum beschleunigten Bebauungsplanverfahren.

Trotz schlechter Rahmenbedingungen planen die Ratsfraktionen von CDU SPD und FDP in Mayen weitere Baugebiete. So auch jetzt im Stadtteil Alzheim, dort soll ein allgemeines Wohngebiet mit über 40 Baugrundstücken im beschleunigten Verfahren nach  13 a Baugesetzbuch entwickelt werden. Die Fakten: Nachdem die Eigenheimzulage 2006 gestrichen wurde, ist die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland eingebrochen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2007 im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von gut einem Viertel (26,3 Prozent) auf 182 300 Genehmigungen. Der Rückgang der Bewilligungen für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern fiel mit mehr als einem Drittel deutlich höher aus als bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (minus 12,2 Prozent).

Ursache für den drastischen Rückgang ist nach Einschätzung der Statistiker vor allem das Ende der Eigenheimzulage: Die Große Koalition hat die staatliche Förderung für Neuanträge ab 2006 gestrichen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden in Rheinland-Pfalz von Januar bis März 2008 1.285 neue Bauvorhaben im Wohnbau genehmigt. Das war ein Rückgang um 6,2 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres. Im Jahr 2007 waren die Baugenehmigungszahlen in RLP im Wohnungsbau auf einem Langzeittief angelangt. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2008 machen deutlich, dass sich die Wohnungsbaubranche auf weiterhin sinkende Aufträge einstellen muss. Weitere Gründe warum sich immer weniger Menschen dazu entschließen, ein Haus nach den eigenen Vorstellungen zu bauen, sind die stark angestiegenen Herstellungskosten. Aber auch durch den derzeitigen Preisverfall der Immobilienpreise sowie das Überangebot an Häuser und Wohnungen machen weitere Neubaugebiete wenig Sinn. Besonders dann nicht, wenn man wie die Ratsmehrheit dabei wohl vor allem auf Zuwanderung setzt. Denn ein Blick auf die städtische Liste der angemeldeten Bauwilligen bzw. Bauplatzsuchenden ist durchaus ernüchternd.

Aktuell geht es jetzt im Barwinkeltl los (siehe Foto). Dort werden alle Bäume gefällt, die im neuen Baugebiet liegen. Der Hang ist komplett gerodet worden. In dem Bebauungsplan sollen bis zu 70 Häuser entstehen. Erst der fünfte Bebauungsplan war im Juni 2006 nach heftigen Debatten verabschiedet worden. Im Stadtrat stimmten seinerzeit CDU, SPD und FDP dafür, die FWM dagegen. Das Gebiet ist rund 6,5 Hektar groß und als "Dorfgebiet" deklariert worden. Die Erschließungskosten werden jedoch nicht dorftypisch sein! Aktuell geht es jetzt im Barwinkeltl los (siehe Foto). Dort werden alle Bäume gefällt, die im neuen Baugebiet liegen. Der Hang ist komplett gerodet worden. In dem Bebauungsplan sollen bis zu 70 Häuser entstehen. Erst der fünfte Bebauungsplan war im Juni 2006 nach heftigen Debatten verabschiedet worden. Im Stadtrat stimmten seinerzeit CDU, SPD und FDP dafür, die FWM dagegen. Das Gebiet ist rund 6,5 Hektar groß und als "Dorfgebiet" deklariert worden. Die Erschließungskosten werden jedoch nicht dorftypisch sein! Eine Tatsache scheint bei den Befürwortern von Neubaugebieten noch nicht angekommen zu sein: "Die Zeiten der Bevölkerungszunahme sind vorbei!" so Hans Georg Schönberg, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Mayen im Stadtrat.
Zugegeben, auch die Stadt Mayen spürte in den letzten Jahren die Konkurrenz um neue Einwohner - und reagierte darauf mit einem immer mehr an Neubaugebieten. Doch spätestens ab 2012 wird die Zuwanderung (vor allem aus Ostdeutschland) nicht mehr die niedrige Geburtenrate ausgleichen. Das ist auch keine kurzfristige "Delle" im stetigen Wachstum der vergangenen Jahre. Dieser Entwicklung mit billigem Bauland entgegen wirken zu wollen, ist so, als wolle man die Ebbe mit der Tieferlegung des Strandes verhindern. Selbst wenn eine Gemeinde den Bevölkerungsrückgang ein paar Jahre noch aufhalten kann, werden diese Menschen einer anderen Kommune umso mehr fehlen. Angesichts der Kosten ist das volkswirtschaftlicher Unsinn! Denn die zusätzlich erschlossene und gebaute Infrastruktur muss von immer weniger Steuerzahlern unterhalten werden. Dieser Effekt wird sich in der scheinbaren "Gewinner-Kommune" später umso mehr bemerkbar machen, je mehr Neubaugebiete dort erschlossen wurden. Auch die erhofften Grundstückserlöse, mit denen viele Kommunen ihren Haushalt sanieren wollen, helfen im günstigsten Fall nur kurz. Langfristig gerechnet spielen diese Einnahmen nämlich nur eine marginale Rolle, wie verschiedene Studien zum Thema "Neubaugebiete und demografische Entwicklungen" zeigen. " Die Oberbürgermeisterin und der Stadtrat dürfen hier nicht in Haushaltsjahren oder Wahlperioden denken, denn jeder Quadratmeter Neubaugebiet auf der Grünen Wiese ist ein Kostenrisiko", meint Schönberg!

Im Vulkanpark sind über 90 Baugrundstücke baureif! Im Vulkanpark sind über 90 Baugrundstücke baureif! Die Rezepte von gestern haben ausgedient. Damit lässt sich keine zukunftsfähige Siedlungs- und Stadtentwicklung betreiben. Die Entscheidungsträger brauchen mehr Mut, um endlich vom Wachstumskurs Abschied zu nehmen. Gewinner wird in Zukunft diejenige Gemeinde sein, die auf >qualitatives Wachstum< setzt und ihre vorhandene Infrastruktur verbessert bzw. den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung frühzeitig anpasst. Um die Gemeinden als Wohnort attraktiver zu gestalten, werden keine neuen Baugebiete benötigt. Die Menschen brauchen vielmehr kompakte, verkehrsberuhigte Orte mit kurzen Wegen und vielfältigen Versorgungs- und Freizeitangeboten und nicht zuletzt eine intakte Natur im Umfeld. Eine solche Siedlungsstruktur sichert langfristig auch den Erhalt der sozialen und kulturellen Einrichtungen und bietet somit attraktive, generationenübergreifende Lebensmöglichkeiten. Deshalb wird es in den kommenden Jahren vorsorgliches Anliegen der FWM sein, den Kompromiss zwischen den Interessen des Bauherrn auf der einen und den Interessen der Stadt und der Nachbarn auf der anderen Seite, im Dialog aller Betroffenen öffentlich zu begleiten. Viel wichtiger sei es auf diesem Hintergrund in den kommenden Jahren die Infrastruktur der Stadt und ihrer Ortsteile grundlegend zu überholen, betont Schönberg für die Freien Wähler Mayen.

Pressemitteilung FWM-Fraktion vom 20.2.2009