Mayen braucht frischen Wind!

Thema: "FWM fordert die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung"

Mayen. - "Die Luft in unserer Stadt muss besser werden", fordern die Freien Wähler Mayen, denn in Deutschland sterben über 25 000 Menschen pro Jahr durch die Emissionen des Verkehrs wie Stickoxide und chlorierte Kohlenwasserstoffe. Das sind doppelt so viele, wie durch Verkehrsunfälle umkommen. Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens und der Kessellage der Stadt enthält die Luft in Mayen hohe Mengen an Schadstoffen. Darunter Benzol und Dieselruß, die krebserregend sind. Hinzu kommt: Durch die Verbauung der Stadt ist der natürliche Luftaustausch bis zu 50 Prozent reduziert worden. Die Schadstoffe reichern sich daher im Stadtkern an.

Luftverschmutzung hat zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und auf das Ökosystem. Vor allem Kinder sind betroffen, da sie auf Luftschadstoffe besonders empfindlich reagieren. Allergien und andere Krankheiten wie Krebs werden durch die schädlichen Stoffe begünstigt. In den vergangenen Jahren ist die Luftbelastung in Deutschland geringer geworden. Dennoch nehmen die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze nicht in gleichem Maße ab, da sich giftige Stoffe im Organismus anreichern und chronische Krankheiten wie Asthma nur schwer zu heilen sind.

Neben schlechter Luft leiden Stadtbewohner auch oft unter der thermischen Belastung. Denn aufgrund der klimatisch problematischen Kessellage der Stadt Mayen ist die Temperatur an einzelnen Tagen um einige Grad höher als auf dem Land. Diese Kessellage macht sich vor allem bei windschwachen Hochdruckwetterlage nachteilig bemerkbar, weil dann ein Luftaustausch kaum stattfindet. Wichtig für die Regeneration der erwärmten und verschmutzten Luft ist deshalb der westliche Teil der Stadt und damit der in Hauptrichtung gelegene Mayener Stadtwald, denn dort werden die Verunreinigungen besonders wirksam ausgefiltert. Der Luftaustausch erfolgt durch Zuflussschneisen, wobei die Kaltluft talwärts zur Kernstadt fließt. Untersuchungen belegen, dass sich städtische Grün- und Freiflächen in der Nacht auf Temperaturen abkühlen, die denen des Umlandes entsprechen. Der Kühlschrankeffekt grüner Stadtinseln steigert somit das Wohlbefinden der Menschen.

"Die Stadtspitze und die Stadtplaner müssen sich dringend mit Problemen wie Luftverschmutzung und Überwärmung beschäftigen", appelliert der Fraktionsvorsitzende der FWM Hans-Georg Schönberg an die Verantwortlichen. Denn der Großteil der Einwohner Mayens lebt heute bereits im bioklimatisch belasteten Mayener Kessel, der auf jede Frischluftquelle angewiesen ist. Vor allem die Hangflächen bzw. die Hanglagen des Barwinkeltals tragen zur lokalklimatischen Ausgleichsfunktion unserer Stadt bei. Dies belegen eindeutig und unumstößlich mehrere Gutachten, die für den Bebauungsplan "Hinten im Heckenberg" erstellt wurden. Danach ist der Kalt- und Frischluftstrom des Barwinkeltals und seine frischluft- und sauerstoffspeisende Funktion für den Stadtkern durchaus von der vorgesehenen Bebauung betroffen.

Zum Schutz und zur Verbesserung des Stadtklimas fordern die Freien Wähler deshalb in Zukunft generell umweltschonende und ökologisch gestaltete Bebauungspläne! Ihre Realisation, die Gestaltung einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Mayen im Bereich der Wohnbebauung, erfordert die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung zum Wohle aller Bewohner: Nicht Rekorde in der Flächenversiegelung und grenzenloses Wachstum der Baugebiete sind das Ziel, sondern die Steigerung der Lebensqualität in unserer Stadt.

Pressemitteilung Freie Wähler Mayen
19. Januar 2005